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Zu wenig Bewegung macht krank - Risikofaktor Bewegungsmangel

Die Corona-Krise beeinflusst das Bewegungsverhalten negativ - Angebote der BVAEB zur Steigerung des Aktivitätsniveaus


Ein hohes Arbeitspensum, Digitalisierung, Automatisierungsprozesse, Homeoffice und ein reduziertes Sport- und Freizeitangebot haben vor allem in den letzten Monaten zu einer messbaren Verringerung der körperlichen Aktivität geführt. Die aktive Mobilität (z.B. zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren, um an den Arbeitsplatz zu kommen) und die Bewegung in der Freizeit hat abgenommen.

Der daraus resultierende Bewegungsmangel ist einer der treibenden Risikofaktoren für chronische Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und deren Folgeerkrankungen.

"Eine wesentliche Aufgabe der Sozialversicherung ist es, nicht nur für die Bewältigung von Krankheiten ihrer Versicherten Angebote zu schaffen, sondern auch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention weiterzuentwickeln. Regelmäßige körperliche Aktivität ist einer der wichtigsten Bausteine für ein gesundes Leben", so der Generaldirektor der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB), Dr. Gerhard Vogel. 

Eine aktuelle wissenschaftliche Publikation der BVAEB, des Karl Landsteiner Instituts für Gesundheitsförderungsforschung und der MedUni Wien zeigt das Bewegungsverhalten in unterschiedlichen Bewegungsdomänen bei verschiedenen Berufsgruppen auf. Dafür wurden Daten der österreichischen Gesundheitsbefragung von Statistik Austria mit mehr als 8.000 erwerbstätigen Personen in Österreich analysiert. Dabei konnte auch das Bewegungsverhalten von verschiedenen Berufsgruppen, die überwiegend bei der BVAEB versichert sind, wie Beamtinnen und Beamte, Lehrkräfte, Sicherheitsbedienstete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn, der Verkehrsbetriebe und des Bergbaus analysiert werden.

"Im Großen und Ganzen zeigte sich, dass Personen, die am Arbeitsplatz körperlich sehr aktiv waren, in der Freizeit weniger aktiv waren – und umgekehrt. Dabei ist zu bedenken, dass die Bewegung während der Arbeit nicht so sehr zu Gesundheitseffekten beiträgt wie aktive Mobilität, Ausgleichssport in der Freizeit oder körperliches Training", analysiert Studienautor Thomas Dorner. Er ist der ärztliche Leiter der BVAEB-Gesundheitseinrichtung in Sitzenberg-Reidling. Außerdem übten Personen mit chronischen Krankheiten tendenziell deutlich weniger Bewegung aus. Aber gerade bei diesen Personen wäre Bewegung besonders wichtig, da Bewegung zum Management von Erkrankungen, zur Therapie, Rehabilitation und Prävention von Folgeerkrankungen wesentlich beiträgt. Bewegung leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Lebensqualität. 

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Beamtinnen und Beamte sowie Bürokräfte am Arbeitsplatz kaum Bewegung machen. Sie sind unterdurchschnittlich aktiv mobil, erfüllen aber überdurchschnittlich oft die Bewegungsempfehlungen für ausdauerorientierte und muskelkräftigende Bewegung.

Lehrkräfte sind ebenfalls am Arbeitsplatz wenig körperlich aktiv, kompensieren das aber mit überdurchschnittlicher aktiver Mobilität und erfüllen sehr häufig die Bewegungsempfehlungen.

Sicherheitsbedienstete entsprechen dem Durchschnitt aller Erwerbstätigen betreffend ihrer körperlichen Aktivität am Arbeitsplatz, sind aber deutlich öfter aktiv mobil und erfüllen häufiger die Bewegungsempfehlungen als der Durchschnitt.

Mobilitätsbedienstete, wie Bedienstete bei der Bahn und bei den Verkehrsbetrieben, sind am Arbeitsplatz sehr häufig körperlich aktiv, während die aktive Mobilität und das Erfüllen der ausdauerorientierten und muskelkräftigenden Bewegungsempfehlungen im Durchschnitt oder geringgradig darüber liegen.

Arbeiterinnen und Arbeiter im Bergbau und in ähnlichen Berufen sind am häufigsten von allen analysierten Berufsgruppen während der Arbeit körperlich aktiv, erfüllen jedoch am seltensten die ausdauerorientierten Bewegungsempfehlungen, während aktive Mobilität und muskelkräftigende Aktivitäten im Durchschnitt liegen.

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Die BVAEB bietet ihren Versicherten eine Reihe von Möglichkeiten, das körperliche Aktivitätsniveau zu steigern. "In allen Angeboten der BVAEB zur Erhöhung des Bewegungsausmaßes ist es uns wichtig, Bewegung in einem größeren Kontext zu sehen. Dabei werden die Ressourcen und Belastungen der Zielgruppen und deren gesundheitliche, soziale und umweltbezogene Gesundheitsdeterminanten  berücksichtigt. So orientieren sich die Programme und Maßnahmen der BVAEB an den Bedürfnissen der Versicherten ", sagt Martina Petracek-Ankowitsch, Leiterin der Abteilung für Unfallverhütung und Gesundheitsförderung der BVAEB. Das gelingt in gezielten Gesundheitsförderungs­projekten für sämtliche Berufsgruppen mit einzelnen Bewegungsangeboten, Multiplikator/innenschulungen sowie praxisorientierten Seminaren und Fortbildungen. Weitere Zielgruppen, wie beispielsweise Seniorinnen und Senioren, können ihr Aktivitätsniveau durch die Teilnahme an ambulanten und stationären Bewegungs­programmen steigern. 

Zur Verbesserung der Lebensqualität von Personen im erwerbsfähigen Alter sind – neben allgemeinen Programmen wie Vorsorgeuntersuchungen – zusätzlich berufsgruppen-spezifische Programme in allen Ebenen der Versorgung nötig: in der Gesundheitsförderung, in der Prävention, in der Therapie und in der Rehabilitation. Die BVAEB hat Angebote für ihre Versicherten auf all diesen Ebenen etabliert.